[Gelesen] Der den Zweifel sät (Night School #2) – C.J. Daugherty

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Nach den dramatischen Ereignissen zum Ende des letzten Schuljahres steht für Allie Sheridan nun das zweite Jahr an der Cimmeria Academy an – und wieder warten auf sie geheimnisvolle Verschwörungen und großes Gefühlschaos…

Eigentlich wollte Allie die Zeit bis zum Start ihres zweiten Jahres an der Cimmeria Academy dazu nutzen, um sich von den schockierenden Vorfällen der letzten Wochen zu erholen, die sie nur mit ein wenig Glück und der Hilfe ihrer Schulkameraden unversehrt überlebt hat. Doch schnell wird ihr klar, dass sie auch im heimischen London nicht vor den Leuten des zwielichtigen Nathaniel sicher ist. Dieser hat nämlich mehrere Männer auf die Teenagerin angesetzt, denen Allie nur knapp nach einer atemberaubenden Verfolgungsjagd entkommen kann.

Neues Schuljahr, alte Feinde

Um ihre Sicherheit gewährleisten zu können, wird sie bereits vor Schulbeginn wieder zurück ins Internat gebracht, um dort vor dem Zugriff Nathaniels geschützt zu sein. Während die Schule noch sichtlich von den Ereignissen des letzten Jahres gezeichnet ist und Lehrer und Schüler noch aufwändige Restaurationsarbeiten vor sich haben, erfährt Allie, dass auch sie in diesem Jahr zur Teilnahme an der mysteriösen Night School berechtigt ist. In dieser geheimen Gemeinschaft für die Elite der Cimmeria-Schüler soll sie lernen, wie sie sich gegen ihre Feinde zur Wehr setzen kann – doch wie soll sie wissen, wem sie im Internet überhaupt noch vertrauen kann?

Zweiter Teil von C.J. Daughertys „Night School“-Reihe

„Der den Zweifel sät“ ist, wie man anhand der Inhaltsbeschreibung erkennen kann, der zweite Roman aus C.J. Daughertys „Night School“-Reihe um die jugendliche Allie Sheridan, die sich an der geheimnisvollen Cimmeria Academy mit undurchsichtigen Verschwörern und ihrer wankelmütigen Gefühlswelt herumschlagen muss. Die Fortsetzung setzt ein paar Wochen nach dem Ende des Vorgängers „Du darfst keinem trauen“ an und beginnt mit einer spektakulär angelegten, aber in der Realität doch etwas lahm ausfallenden Verfolgungsjagd zwischen Allie und den Leuten Nathaniels, des zwielichtigen Feindes der Cimmeria Academy, der die Schule und die damit verbundenen Machtverhältnisse zum Einsturz bringen will – über die Gründe dafür lässt die Autorin ihre Leser jedoch auch im zweiten Band weitestgehend im Ungewissen. Die Folge des unangenehmen Zwischenfalls: Allie wird umgehend unter besonderen Schutz gestellt und darf auch endlich an der Night School teilnehmen, da die dort vermittelten Kenntnisse unverzichtbar für die Gewährleistung ihrer Sicherheit erscheinen.

Die geheimnisvolle „Night School“: Viel Lärm um nichts

Es hätte so schön werden können: Endlich bekommt man ein paar Einblicke in die Unternehmungen der nächtlichen Elite-Gruppe, um die im ersten Buch noch ein so großes Geheimnis gemacht wurde. Die Realität fällt aber ernüchternd aus, denn neben Kampfsportunterricht zur Selbstverteidigung und gemeinsamen Joggingrunden für die allgemeine Fitness gibt es dort wenig wenig, was die Geheimniskrämerei gerechtfertigen würde. Ab und zu streut die Autorin mal ein paar Verweise auf die Aktivitäten Nathaniels ein, doch abgesehen davon wird dieser Handlungsstrang kaum vorangetrieben.

Das ewig gleiche Gefühlschaos

Denn wenn man einmal ehrlich ist, kenn „Der den Zweifel sät“ nur ein Thema: Allies Hin- und Hergerissensein zwischen ihrem Freund Carter und dem französischen Austauschschüler Sylvain. Wer nach dem Vorgänger gehofft hatte, dass die Protagonistin hier endlich klare Verhältnisse geschaffen hat, der wird hier vermutlich (wie ich) entnervt aufstöhnen, denn die ständigen Gefühlsschwankungen Allies sind auf Dauer kaum noch zu ertragen. Besonders nervig ist, dass die geschilderten Konflikte und Reizpunkte allesamt sehr aufgesetzt wirken und mit wenigen Sätzen entweder herbeigeführt oder geschlichtet werden können. Da kann es schon mal sein, dass Allie innerhalb einer Buchseite von verträumter Verliebtheit, wütender Entrüstung und einsichtiger Versöhnung pendelt – und das anhand von Dialogen, die eine 14-jährige Hobbyautorin vermutlich ausgefeilter hinbekommen hätte. Hier wird nun endgültig deutlich, dass die „Night School“-Reihe ganz klar für ein jugendliches und vorrangig weibliches Publikum ausgelegt ist, denn von den im Vorgänger noch stellenweise vorhanden Thriller-Anteilen ist so gut wie nichts mehr übrig geblieben.

Viel Kitsch, wenig Verschwörung

Die Krone setzt dem Ganzen aber das wie schon im ersten Buch missratene Ende auf. Während „Du darfst keinem trauen“ schon keinen befriedigenden Schluss liefern konnte, wird dies vom zweiten Band noch einmal deutlich unterboten, denn von einem Moment auf den anderen steckt man plötzlich schon im Epilog und fragt sich, ob man nicht irgendwo irgendwas verpasst hat – denn kaum hat die Verschwörungsstory mal ein klein wenig an Fahrt aufgenommen, ist das Buch auch schon wieder zu Ende. Dafür gibt es aber immerhin eine Leseprobe des Nachfolgers „Denn Wahrheit musst du suchen“, die rund ein Fünftel des gesamten Buchumfangs einnimmt – auch wenn sich der Sinn dieser XXL-Leseproben mir nicht wirklich erschließt. Mein Fazit zum zweiten Buch der Serie fällt jedenfalls sehr ernüchternd aus und sollte Band drei nicht wie schon die beiden bisherigen Teile zufällig bei Amazon entweder verschenkt oder für einen Spottpreis verramscht werden, so werde ich mich wohl mit „Der den Zweifel sät“ aus der Reihe zurückziehen – noch so ein Buch vollgepackt mit kitschiger Dreiecksbeziehung ertrage ich definitiv nicht.

Fazit:
Enttäuschende Fortsetzung der Night-School-Reihe, die ihren Fokus fast ausschließlich auf die schmalzige Teenie-Romanze legt und die Verschwörungsstory dabei komplett vernachlässigt (4/10).

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Autorin: C.J. Daugherty; Originaltitel: Legacy; Umfang: 421 Seiten; Verlag: Oetinger; Erscheinungsdatum: 19. Februar 2013; Preis: Gebundene Ausgabe 17,95 €/eBook 9,99 €.

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