[Gelesen] Totenkünster (Robert Hunter #4) – Chris Carter

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Ein neuer Fall für Detective Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia: Ein ehemaliger Staatsanwalt wurde heimtückisch ermordet und auf bestialische Weise verstümmelt…

Ein grausamer Leichenfund sorgt in Los Angeles für Aufruhr. Die Leiche des 50-jährigen Derek Nicholson wurde von dessen Krankenpflegerin im Schlafzimmer seines Hauses gefunden. Der Tatort bietet den eintreffenden Ermittlern ein Bild des Grauens: Der gesamte Raum ist überall mit Blut bedeckt und der Körper des Toten wurde völlig verstümmelt. Der Täter hat zudem die Arme und Beine seines Opfers abgeschnitten und aus ihnen eine bizarre und abstoßende Skulptur gebastelt, die er wie ein Kunstwerk in Szene gesetzt hat. Die Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia sind entsetzt über so viel Grausamkeit, wie sie selbst ihnen als erfahrene Mordermittler noch nicht begegnet ist.

Ein brutaler Killer baut Skulpturen aus den Überresten seiner Opfer

Was die Ermittler besonders irritiert: Das Mordopfer litt an einem Lungenkarzinom und befand sich bereits im Endstadium seiner Erkrankung. In wenigen Tagen wäre Derek Nicholson höchstwahrscheinlich ohnehin an dem Tumor gestorben. Warum hat der Mörder also einen wehrlosen und sterbenskranken Menschen getötet, der auch so schon dem Tode geweiht war? Hunter und Garcia vermuten den Hintergrund der Tat in dem Beruf des Ermordeten, denn Nicholson war bis zu der schrecklichen Diagnose viele Jahre als Staatsanwalt für die Stadt Los Angeles tätig. Die ersten Spuren führen die Detectives also zu Straftätern, die durch Nicholsons Anklage verurteilt wurden und sich möglicherweise nach ihrer Freilassung an dem Mann rächen wollten…

Band 4 der Bestsellerserie um den Profiler Robert Hunter

„Totenkünstler“ ist der vierte Roman des brasilianischen Schriftstellers Chris Carter und dreht sich wie schon die drei Vorgänger um den Detective und Profiler Robert Hunter vom Los Angeles Police Department. Wer zumindest eines der vorangegangenen Bücher des Autors gelesen hat, dürfte ungefähr wissen was ihn mit Carters neuem Werk erwartet: brutale und temporeiche Thriller-Unterhaltung. Falls sich überdies jemand nach den ersten Teilen der Robert-Hunter-Serie gefragt hat, ob man diese in puncto Grausamkeit noch übertreffen kann – man kann.

Immer neue Grausamkeiten

Im neuesten Fall von Robert Hunter und seinem langjährigen Partner Carlos Garcia wurde das Mordopfer nämlich nicht nur auf schreckliche Weise getötet, sondern nach dem Tode auch noch auf makabre Weise in Form einer Skulptur aus Blut und Extremitäten zur Schau gestellt. Eine Form der Gewalt, wie sie selbst für die beiden Ermittler trotz der Schrecken ihrer bisherigen Fälle unvorstellbar schien – worauf der Autor überflüssigerweise gleich mehrfach hinweist, um das ganze noch schockierender darzustellen. Da Robert Hunter als Profiler kein blutiger Anfänger ist, wird ihm schnell klar, dass das „Kunstwerk“ des Killers nicht nur reine Effekthascherei ist, sondern sich hinter dem abstoßenden Gebilde eine tiefere Botschaft verstecken muss. Diese gilt es nun schnellstmöglich zu finden, da Medien und Vorgesetzte bereits großen Druck auf das Ermittlungsteam ausüben – schließlich war das Opfer ein ehemaliger Kollege und überdies ein guter Freund des Bezirksstaatsanwaltes.

Schlagkräftige Verstärkung für das Duo Hunter/Garcia

Wie schon im letzten Band bekommen Hunter und Garcia erneut weibliche Unterstützung, diesmal in Person der Analystin Alice Beaumont, welche die Detectives mit ihren herausragenden Recherchefähigkeiten unterstützen soll. Diese Verstärkung kann durchaus als gelungener Zug des Autors bezeichnet werden, denn die attraktive und ehrgeizige junge Frau treibt nicht nur die Ermittlungen merklich voran, sondern bringt mit ihren weiblichen Reizen auch Feuer in die Figurenkonstellation. Ich jedenfalls habe Beaumont als sehr sympathisch empfunden, wodurch sie eine gelungene Ergänzung zum ohnehin schon harmonischen und angenehm auftretenden Ermittlerduo ist.

Gewohnt spannende Story, etwas blasse Hauptfiguren

In Bezug auf die Story merkt man dem Buch an, dass Chris Carter mittlerweile ein routinierter Thrillerautor geworden ist. Die Handlung ist spannend, temporeich und sorgt mit überraschenden Wendungen und kleinen Cliffhanger immer wieder für neuen Nervenkitzel. Darüber hinaus ist auch „Totenkünstler“ natürlich wieder gewohnt reißerisch geschrieben, sodass Freunde der härteren Thrillerunterhaltung erneut voll auf ihre Kosten kommen dürften. Allerdings kommt man als erfahrener Leser der Robert-Hunter-Reihe auch nicht darum herum, einen gewissen Stillstand zu konstatieren. Denn wie schon beim Vorgänger „Der Knochenbrecher“ ist auch beim vierten Band nahezu keine Weiterentwicklung der Charaktere erkennbar, selbst Robert Hunter bleibt trotz aller von mir für ihn gehegten Sympathien sonderbar blass. Während die ersten Bücher immerhin noch Hunters Schlafkrankheit oder dessen traumatische Jugend thematisierten, gibt es nun bis auf ein paar dezente Andeutungen in dieser Hinsicht gar keinen persönlichen Figurenhintergrund. Das ist gerade für Carters Stamm-Leser ein wenig schade, für Neulinge wird dies dagegen vermutlich kaum ins Gewicht fallen. Trotz dieses kleinen Makels ist aber auch „Totenkünstler“ wieder ein spannender und höchst unterhaltsamer Pageturner geworden, den ich innerhalb von einem Tag verschlungen habe.

Fazit:
Gewohnt deftige und spannende Thrillerkost für Hartgesottene, die in Bezug auf die Weiterentwicklung ihrer Hauptfiguren jedoch etwas auf der Stelle tritt (8/10).

Buchcover
Autor: Chris Carter; Originaltitel: The death sculptor; Umfang: 448 Seiten; Verlag: Ullstein Taschenbuch; Erscheinungsdatum: 08. März 2013; Preis: Taschenbuch 9,99 €/eBook 8,99 €.

Link zum Buch

Trailer

Ebenfalls aus der Reihe (per Klick gelangt ihr auf die entsprechende Rezension):

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